Aus früherer Zeit sind Runen-Inschriften erhalten.
Das germanische Denken lebt noch fort in Gesetzestexten und Reimchroniken des
späten Mittelalters (z. B. „Erikskrönikan“). Die schwedische Großmachtzeit (1611 bis
1718) spiegelt sich in dem phantastischen historischen Werk „Atland“ von Olof
Rudbeck und im „Hercules“ von Stiernhielm wider.
Die Romantik ging von Uppsala aus. Ihr Organ war die Zeitschrift „Phosphoros“,
ihr führender Kopf Atterbom mit Sagenspielen. Das größte lyrische Genie der
schwedischen Romantik war Stagnelius.
Strindberg begründete die naturalistische Bewegung. Ihr gehörten auch die
hervorragenden Lyriker Fröding, Karlfeldt, Levertin und Hansson sowie der ironische
Söderberg, die Erzählerin S. Lagerlöf und der Humorist Engström an. Einen
formenstrengen Klassizismus verfocht Ekelund. Als einziger Vertreter des
Expressionismus in Schweden leitete Lagerkvist zusammen mit H. Bergman u. a. die
Moderne ein. Soziale Kritik übten in den 1930er Jahren Lo-Johansson u.a. Die Gruppe
der 1940er Jahre bekannte sich zu einem tragenden Existentialismus.
In den 1950er Jahren erfolgte die Rückkehr zu sachlicherer Darstellung. Die
„neueinfach“ genannte Richtung bevorzugte dokumentarische Formen, Berichte und
Tagebücher. Zu den bekanntesten Vertretern zählen P. O. Sundman und L. Gustafsson.
Während der 1960er Jahre überwog das politische Engagement linksradikaler Prägung.