Gegen Ende des 6. Jahrhunderts unterwarfen die Svear die Gauten; die beiden
Stämme verschmolzen im Lauf der Zeit.
Etwa in der Zeit von 600 bis 800 entstand in Uppland eine reiche Herrenkultur.
In der Mitte des 9. Jahrhunderts gründeten schwedische Normannen (Waräger) im Wolchow-Gebiet einen Herrschaftsbereich und gegen Ende
des 9. Jahrhunderts das Kiewer Reich. Nach Aussterben der Uppsala-Könige um 1060 kam
mit der Wahl von Stenkil Ragnvaldsson aus Västergötland die Dynastie der Stenkil zur
Herrschaft, gegen die von der heidnischen Reaktion wiederholt Gegenkönige
aufgestellt wurden.
Auf die Herrscher des Hauses Stenkil folgten um 1125 die Sverkir aus
Östergötland, die ab 1150 mit Erich IX. und dessen Nachkommen in ständigem
Rivalitätskampf lagen und mit diesen abwechselnd zur Herrschaft kamen. Diese
Thronwirren förderten den Aufstieg der Folkunger, die 1250 mit Waldemar den
schwedischen Thron bestiegen, den sie bis 1363 inne hatten. Unter den Folkungern
wurde Finnland der Herrschaft Schwedens unterworfen. Im Innern aber gewann der Adel gegenüber dem Königtum die
Übermacht; er vertrieb 1318 König Birger und wählte dessen unmündigen Neffen Magnus
Erichsson (1318 bis 1363) zum König, unter dem von 1319 bis 1355 Norwegen mit Schweden erstmals in Personalunion verbunden war. Wegen des Verlustes von Schonen
(1360), Öland und Gotland (1361) an Dänemark setzten ihn die Großen des Landes 1363 ab und wählten dessen Neffen Herzog
Albrecht von Mecklenburg zum König (1363 bis 1389). Gegen Albrechts Versuch,
verschleudertes Königsgut zurückzugewinnen, verband sich der Adel mit Königin
Margarete von Dänemark und Norwegen . 1389 konnte Margarete auch den schwedischen Thron besteigen. Ihre
bedeutendste Leistung war die Vereinigung der drei skandinavischen Reiche in der
Kalmarer Union.
1561 unterstellten sich Reval und die estnische Ritterschaft der
Schutzherrschaft Schwedens . Im Kampf gegen Russland gewann 1583 König Johann III. (1568 bis 1592)
Estland. Seinem Sohn Sigismund verschaffte er 1587 die polnische Krone. Nach dem Tod
seines Vaters erhielt Sigismund auch die schwedische Krone (1592), verlor sie aber 1604 an Karl IX (1604 bis 1611). Karls Sohn
Gustav II. Adolf (1611 bis 1632) gewann im Kampf mit Russland 1617 Ingermanland und
Ostkarelien, im Kampf mit Polen 1629 Livland. 1630 griff er (finanziell unterstützt
von Frankreich) auf der Seite der deutschen Protestanten gegen die kaiserliche
Übermacht in den Dreißigjährigen Krieg ein; er fiel 1632 in der Schlacht bei Lützen.
Sein Kanzler Oxenstierna leitete nun für Königin Christine die schwedische Politik.
Er zwang 1645 Dänemark zur Abtretung von Jämtland, Gotland und Ösel. Im Westfälischen Frieden (1648)
sicherte er Schweden Vorpommern, Wismar, Bremen und Verden. 1654 dankte Christine zugunsten ihres
pfälzischen Vetters Karl X. (1654 bis 1660) aus dem Wittelsbacher Haus
Pfalz-Zweibrücken ab.
Dieser ehrgeizige Kriegsfürst erwarb im Kampf mit Dänemark ab 1958 Schonen, Halland, Blekinge und Bohuslän. Sein Nachfolger Karl XI. (1660
bis 1697) stärkte die Macht des Königtums durch Einziehung ehemaliger Krongüter und
eine äußerst sparsame Verwaltung. Ein Bündnis von Dänemark, Sachsen, Polen und Russland gegen Schweden führte 1700 (bis 1721) zum Nordischen Krieg, in dem Schweden seine Großmachtstellung verlor und an Hannover Bremen und Verden, an Preußen
einen Teil von Vorpommern, und an Russland Livland, Estland, Ösel, Ingermanland und
Ostkarelien abtreten musste.
Unter Karl XIII. (1809 bis 1818) wurde der französische Marschall Bernadotte
Kronprinz. Er erlangte 1814 für Schweden, das in den Befreiungskriegen an der Seite der Verbündeten gegen Napoleon
kämpfte, die Abtretung Norwegens durch Dänemark (gegen Überlassung des restlichen Vorpommerns mit Rügen) und bestieg 1818 als
Karl XIV. den Thron. Seitdem wahrte Schweden seine Neutralität und beteiligte sich an keinem Krieg mehr. Die
Reichstagsreform von 1866 ersetzte die Jahrhunderte alte Ständeordnung durch ein
Zweikammersystem.