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Reykjavik

Reykjavik


Reykjavik

Richtung Reykjavik

Der Platz Lækjartorg
(Bild Quelle: Wikipedia)

Reykjavik ist nicht nur die nördlichste Hauptstadt der Welt, sie ist auch eine der jüngsten, denn sie wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts gegründet.

Reykjavik bietet alles, was eine moderne europäische Stadt ausmacht und hat darüber hinaus eine interessante Altstadt, getünchte Holzhäuser und in allen möglichen grellen Farben angestrichene Gebäude aus Beton. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind vom alten Stadtkern aus zu Fuß erreichbar.

Die Altstadt beschränkt sich auf ein kleines Gebiet zwischen Tjörnin und Meer. Hier befindet sich der Platz Austurvöllur mit der Statue von Jón Sigurdhsson, dem Vorkämpfer des unabhängigen Island, das in grauem Basalt gehaltene Parlamentsgebäude Althing (1881) und links davon die lutherische Dómkirkja (1796), Sitz des Bischofs von Island. In der Adalstræti-Straße liegt Fógetinn, das älteste Gebäude der Stadt von 1751, schräg gegenüber der neu gestaltete Ingólfstorg mit dampfenden Basaltsäulen zum Gedenken an den ersten Siedle Vom Ingólfstorg zweigt die Austurstræti ab. Am nahe gelegenen Busbahnhof Lækjartorg befindet sich Stjórnarrádhidh, 1765 von den Dänen als Gefängnis errichtet, heute Sitz des Premierministers. Bergan mündet die Bankastræti in den Laugavegur, die wichtigste Einkaufstrasse der Stadt. Idealer Start für einen Stadtrundgang ist die ganz Reykjavik überragende Hallgrímskirkja, Die Kirche wurde von 1945 bis 1986 erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt. Vom 73 m hohen Turm hat man eine schöne Aussicht über Stadt und Meer. Der Architekt Gudhjón Samúelsson hat das neogotische Bauwerk nach dem Vorbild mittelalterlicher Kirchenbaukunst geschaffen. Vor dem Portal steht die Statue von Leifur Eiríksson, der im Jahre 1000 Amerika entdeckt haben soll. Unmittelbar neben der monströsen Kirche befindet sich das Museum von Einar Jónsson, einem isländischen Bildhauer.

Der See Tjörnin mitten in der Stadt ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet. Auffällig ist das 1992 am Nordwestufer eingeweihte, auf Säulen stehende Rathaus mit der sehenswerten Reliefkarte des Landes im Erdgeschoss. Am Uferweg Fríkirkjuvegur unterhalb der Hallgrímskirkja befindet sich Listasafn Íslands, die Nationalgalerie für moderne Kunst.

Thjódhminjasafnidh, das Nationalmuseum Islands, zeigt einen Großteil des isländischen Kulturgutes und gibt einen Überblick über die Siedlungsgeschichte bis ins 19. Jahrhundert; Schwerpunkt sind Archäologie, Kunsthandwerk (Textil, Holz, Metall) sowie sakrale Kunst.

In der angrenzenden Universität sind im Handschrifteninstitut Árna Stofnun Magnússonar mittelalterliche Pergamenthandschriften ausgestellt.

Günstige Übernachtungsmöglichkeiten, preiswertes Essen und gute Geschäfte findet man in der Altstadt bzw. direkt östlich davon. Auch Unterhaltung wird dem Besucher reichlich geboten, von Kino (Filme in der Originalversion mit isländischen Untertiteln) über Kultur (Theater, Oper, Klassik und Tanz) bis hin zu Shows mit verschiedenen Themen (Sagen, Besiedlung, Wikinger).

Runtur ist so etwas wie eine Reykjaviker Institution: Bierselig stolpern vor allem Jugendliche von einer angesagten Bar, Kneipe oder Disko in die nächste, um auch nichts zu verpassen.

Etwa 7 km außerhalb von Reykjavik in Richtung Osten liegt das sehenswerte Freilichtmuseum Árbær. Rund um den bis 1948 bewohnten Torfhof aus Grassoden und Torf, über Jahrhunderte die typische isländische Bauweise, wurden Wohn- und Handwerkshäuser aus dem Reykjavik des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Das älteste Haus ist eine Schmiede von 1820. Ebenfalls besichtigen kann man die Torfkirche Silfrastadhir von 1842.

Das Laugardalur, das Tal der warmen Quellen, liegt 3 km außerhalb der Stadtmitte Reykjaviks. Bis Anfang dieses Jahrhunderts wuschen die Frauen Reykjaviks hier vor den Toren der Stadt ihre Wäsche. Hier gibt es einen Zeltplatz, eine Jugendherberge und ein großes Freibad. Außerdem kann man den Botanischen Garten, den Zoo und den Skulpturengarten samt Museum des Bildhauers Ásmundur Sveinsson (1893 bis 1982) besichtigen. Aus zahlreichen Bohrlöchern wird heißes Wasser aus dem Erdinnern gefördert, mit dem u. a. die Rasenheizung im Fußballstadion betrieben wird.

Von Reykjavik aus kann man schöne Ausflüge auf die Halbinsel Reykjanes nach Hafnarfjördhur und zur Blauen Lagune machen. Da Reykjavik mit näherer Umgebung das größte Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten aufweist, eignet sich die Hauptstadt besonders gut als Ausgangspunkt für Tagesausflüge, die man sich dann je nach Wetterlage einplanen kann.
 
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