Die ursprüngliche Schönheit des Landes stellt ein wichtiges Potenzial für
den Fremdenverkehr dar.
Die Industrie (insbesondere Holzverarbeitung, Papierherstellung, Schiffbau)
stützt sich auf die Nutzung der Wasserkräfte. Die tiefeingeschnittenen Fjorde wirken sich für die Anlage moderner elektro-metallurgischer Werke günstig aus.
Fischereiwirtschaftlich sind die Fjorde nicht von Bedeutung; sie haben aber den Fjordbauern schon immer den Zugang zum
offenen Meer ermöglicht.
Der Seehandel hat schon im Mittelalter (teils hanseatisch) ein
wohlstrukturiertes Städtewesen ermöglicht. Die Teilnahme am Weltverkehr und die
Weltoffenheit haben Norwegen zu einem wirtschaftlichen und kulturell hoch entwickelten Land gemacht. Die
wichtigsten Ausfuhrgüter sind Erze und Metallwaren, Holz, Papier,
Fischereierzeugnisse, Chemikalien und Schiffe. Die Exporte von Erdöl in neuerer Zeit
haben jedoch mit großen Abstand den höchsten Anteil an dem hohen Pro-Kopf-Einkommen
Norwegens.
Durch die Klimaverschiebung (wärmer in der Arktis, kälter im Mittelmeerraum und
auf der südlichen Halbkugel) seit den letzten Jahren kann es wieder zu größeren
Veränderungen der Wirtschaftsstruktur kommen. Die Erwärmung der Arktis wird
wahrscheinlich den Weg zu riesigen Energiereserven freimachen und die Tankerrouten
um Tausende von Kilometern verkürzen. Auf der nördlichen Halbkugel steigen die
Temperaturen doppelt so schnell wie auf der südlichen. Die Sommer werden länger, das
Packeis wird dünner. Die arktischen Ölquellen liegen in politisch stabilen, nicht
islamischen Gebieten. Das bedeutet: keine Selbstmordattentäter, keine Bomben, keine
Entführungen. Die Eisschmelze wird vermutlich den Weg zu den Öl- und Erdgaslagern
freimachen, die jetzt noch vom Packeis blockiert sind. Nochmals reichen Segen bringt
das Tauwetter im hohen Norden dann den Norwegern. In Hammerfest ist unter dem Projektnamen „Schneewittchen“ bereits eine riesige
Gasverflüssigungsanlage im Bau, die vor allem den nordamerikanischen Markt versorgen
soll.