Die Geschichte Skandinaviens ist natürlich nicht einheitlich, sondern lässt
sich in die Geschichte Dänemarks, Norwegens, Schwedens und Finnlands getrennt
darstellen. Dennoch bestehen langjährige politische Zusammenhänge.
Über 500 Jahre bestand eine gewisse Gemeinsamkeit im außenpolitischen Bereich,
als die Wikinger vom Überfall des dänischen Kleinkönigs Chlochilaicus auf Gallien
(517) bis zum unglücklichen Zug Harald Hardrades gegen England 1066 ihre Raub- und
Kriegszüge auf alle europäischen Küstengebiete und sogar bis tief nach Russland
hinein ausdehnten. Eine andere Gemeinsamkeit stellte lange Zeit die Ablehnung des
Christentums dar.
Neben diesen Gemeinsamkeiten gab es Zeiten, in denen mehrere skandinavische Länder unter einer Herrschaft vereinigt waren. Beispielsweise waren unter Knut dem
Großen Dänemark, Norwegen und (lockerer) Schweden sowie England von 1028 bis 1035 in einem Reich vereinigt. Dänemark und Norwegen
standen dann von 1042 bis 1046 unter der gemeinsamen Herrschaft Magnus des Guten.
Doch die Hauptzeit der gemeinsamen politischen Entwicklung liegt in der Kalmarer
Union, der die Länder Dänemark, Norwegen und Schweden von 1397 bis 1523 in
Personalunion verband. In dieser Zeit verlor Norwegen deutlich an politischer
Selbständigkeit, so dass nach dem Ausscheiden Schwedens aus der Union mit der
dänisch-norwegischen Personalunion bis 1814 eine dänische Vorherrschaft bestand, die
1814 von der schwedisch-norwegischen Union abgelöst wurde, die bis 1905 andauerte.
Der Nordische Rat wurde 1951 als gemeinsames beratendes Organ der Parlamente
von Dänemark, Schweden, Norwegen und (seit 1955) Finnland für zwischenstaatliche Zusammenarbeit gegründet.
Bei der skandinavischen Münzunion handelt es sich um einen Vertrag, der von
1873 bis 1939 zwischen Dänemark, Schweden und Norwegen galt. Nach diesem Vertrag
wurde das gesetzliche Zahlungsmittel eines Vertragspartners auch in den
Partnerländern anerkannt.