Zu reicher Blüte gelangten im späten Mittelalter die ritterlichen
Tanzballaden. Mit der dänischen Bibelübersetzung 1550 kam die Reformation zum
siegreichen Abschluss.
Der Humanismus brachte die Besinnung auf die glorreiche Vorzeit und Geschichte (Wiederentdeckung des germanischen Altertums durch dänische und isländische
Gelehrte im 16. und 17. Jahrhundert). Den barocken Überschwang des 17. Jahrhunderts
bekämpfte der Aufklärer L. Holberg. Doch schon in der ersten Hälfte des 18.
Jahrhunderts wurde der Einfluss des deutschen Emotionalismus stärker. Zugleich
verbreitete sich eine intensive religiöse Bewegung (Pietismus). Der „Danismus“ nach
dem Sturz Struensees zielte auf eine Befreiung vom deutschen Einfluss ab.
Die romantische Bewegung wurde durch H. Steffens um 1802 vermittelt. Sie
wirkte in der Richtung eines pathetischen Nationalbewusstseins, dem Oehlenschläger
in seinen Dramen Ausdruck verlieh. Nach der Trennung Norwegens vom dänischen Reich (1814) gab es ein Zurücksinken in ein romantisch gefärbtes
Biedermeier, das literarisch reiche Blüten trieb. Aus der Spannung zwischen Romantik
und poetischem Realismus zogen Grundtvig, der Begründer der Volkshochschule, und der
Märchendichter H. C. Andersen u. a. ihre besten Kräfte.
Die Generation der Zwischenkriegszeit und die Dichter der Kriegs- und
Nachkriegszeit (Okkupation) setzten die Blüte der dänischen Literatur seit 1880
fort, indem sie eindringlich die Problematik des modernen Menschen schilderten. Zu
den berühmtesten Vertretern dieser Gruppe zählen H. Kidde, N. Petersen, H. C.
Branner und K. Munk. In der neueren Zeit ist eine Hinwendung zu phantastischen
Themen zu beobachten, so bei K. Blixen, K. Lindemann, O. Wivel, O. Sarvig und K.
Rifbjerg.
Wichtige Impulse für den literarischen Impressionismus gingen von dem
Schriftsteller Herman Bang aus. Obwohl weitgehend eher als Philosoph bekannt,
erlangte Søren Kierkegaard auch als hochrangiger Literat großes Ansehen.